Jedes Familienmitglied schildert aus seiner Sicht die bestehenden Schwierigkeiten. Dem Mediator obliegt es, jedes Familienmitglied so einzubinden, daß jeder sich als Person angenommen fühlt und in der Lage ist, die Interessen der anderen nachzuvollziehen.

Die Kinder lernen Selbstdisziplin und Selbstverantwortung zu übernehmen, da sie nachvollziehen können, was ihr Verhalten beim Gegenüber bewirkt. Viele Fragen tauchen auf:

  • Wie ist das Verhältnis von Distanz und Nähe innerhalb der Familie?
  • Wie konfliktfähig sind die Eltern?
  • Führen die Kinder einen Stellvertreter-Streit für die Eltern?
  • Wird der Vater über die Leistungschwäche seines Sohnes mit seiner eigenen Schwäche konfrontiert?
  • Ist eine Struktur erkennbar, die den Kindern Sicherheit bietet, sich mit ihren so schnell wechselnden Gefühlen zu zeigen?

Ein Mediationsprozeß kann Familien mit Jugendlichen grundlegend darin unterstützen, wieder Vertauen zu Erwachsenen aufzubauen. In vielen Zusammenhängen haben sich Jugendliche als unterlegende und nicht gleichberechtigte Menschen erlebt, sodaß ihre Ablehnung eine Reaktion auf das Fehlverhalten anderer ist. Jungen und Mädchen in der Pubertät sind zu jeder Zeit mit ihrem Wunsch nach Authentizität, ihren Fragen nach Sinnzusammenhängen und ihren expressiven Gefühlsäußerungen eine Herausforderung für die Erwachsenen und ihrer nicht gelebten Anteile.