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Zwei Kollegen teilen sich ein Büro. Es liegt keine klare Arbeitsplatzbeschreibung vor, die Verantwortungsbereiche überschneiden sich, jeder fühlt sich in seiner Kompetenz beschnitten. Die Sachprobleme verlagern sich auf die emotionale Ebene. Es gibt Streit über den Geräuschpegel und die Raumtemperatur. Ausfallzeiten wegen Krankheit sind die Folge. Mit großem Einfühlungsvermögen wird sich der Mediator in die unterschiedlichen Arbeitssituationen beider Kollegen hineinversetzen. Die Betroffenen schildern die Konfliktsituation aus ihrer Sicht und bekommen solange die volle Aufmerksamkeit des Mediators, bis sie sich verstanden fühlen. Dies ist eine notwendige
Vorraussetzung, damit die Kontrahenten auch ihrerseits die Interessen
und Bedürfnisse des jeweils anderen nachvollziehen können. Denn
erst, wenn man im Kontrahenten einen Menschen mit Gefühlen und Ängsten
erkennt, kann Nähe entstehen. Darüberhinaus ist es von entscheidender Bedeutung, die Sachebene von der emotionalen Beziehungsebene zu trennen sowie den aktuellen Konflikt vom eigentlichen Quellkonflikt. Der Mediationsprozeß ermöglicht den beiden Kollegen, sich frei von Provokationen auf einen Lösungsprozeß einzulassen und findet in einer entsprechenden Vereinbarung seinen Abschluß. |